Schlagwort-Archiv: Bernstein Ostsee

Bernsteinnachlese – Sie liegen immer noch am Strand

Es sind schon ein paar Tage vergangen, wo der erste Herbststurm die Küste der Insel Rügen erreichte. Leider konnte ich aus zeitlichen Gründen am Folgetag nicht bei der Bernsteinsuche dabei sein. So hat eine mir Bekannte 185 g Bernstein nach diesen Sturm eingesammelt. Gratulation…

Die erste Bernsteinnachlese 2 Tage nach dem Oststurm

Meine erste kleine Nachlese zwei Tage später förderte dann einige schöne Exemplare hervor. Aufgrund der kleinen Menge habe ich diese natürlich nicht gewogen.

6 Tage nach dem Oststurm findet man immer noch gut Bernsteine

Heute Abend gab es dann die zweite Bernsteinnachlese und es kamen sogar noch ein paar schöne Bernsteine dazu. Leider mussten wir diese Bernsteine mühselig aus dem Seegras befreien. Wie es aussieht, wird dieser angespülte Seegrasstreifen auch noch die nächsten Tage für ausreichend Bernstein sorgen ;-).

Grüße von der Bernsteinfront
Axel

Ostseestrand Juliusruh – Rollende Bernsteine

Rollende Bernsteine – ein Sammelbericht vom Ostseestrand Juliusruh

Nachdem wir mehrere Tage starken Nord-Ost Wind hatten, wäre ja die Konsequenz, dass ausreichend Bernstein an den Ostseestrand bei Juliusruh gespült würde. Dem war leider auf den ersten Blick nicht so. So brach ich gestern zu besagten Ostseestrand auf und musste feststellen, dass kaum ordentliches Material am Strand lag. Normalerweise transportiert die Strömung ein Gemisch aus Mit dem Kescher geborgene Bernsteine, Algen und Muscheln, Rollholz, sowie natürlich Bernstein bei starken Nord-Ostwind zu dieser Jahreszeit an den Ostseestrand.

rollende Bernsteine

Im Ortsbereich Juliusruh lagen am Ostseestrand nur ein paar Muscheln, kleinste Bernsteine konnte man wahrnehmen. Und wie viele wissen, sollte man nicht gleich die “Flinte ins Korn werfen”. So marschierte ich etwa 1 km weiter und konnte ein Gemisch aus Seegras, Rollholz und Muscheln finden. Nach weiteren 500 Metern kam dann mein Kescher zum Einsatz. Ich entdeckte eine Stelle, wo die Bernsteine im Wasser hin und her rollten. In 2 Stunden konnte ich somit einige “Rollende Bernsteine” bergen.

Rollende Bernsteine bezeichnet man Bernsteine, die mit der Strömung im Vorderbereich des Strandes gedrückt werden, aber durch die Wellen wieder zurück ins Meer rollen.

PS: Wahrscheinlich werde ich heute Abend noch mal selbige Stelle aufsuchen. Vielleicht klappt es ja wieder mit dem “rollenden Bernsteinen” :-) .

Bernsteinbericht von Michael B.

Bernsteinbericht: Bernsteinsammeln zur richtigen Zeit, am richtigen Ort

Hallo Bernsteinfreunde,

die Ostlage vom letzten Wochenende gab es in der Stärke schon einige Jahre nicht mehr und wollte sie daher nur ungern verpassen. Sonst bin ich immer allein losgezogen. Umso schöner war es das wir uns dieses mal zu viert am Strand verabreden konnten. Aufgrund der langen Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bin ich bereits einen Tag früher angereist. So konnte ich auch gleich die starke Brandung mit erleben.

Da wir erst später mit dem ersten Rollholz rechneten und man für eine mögliche Nachtschicht fit sein sollte, habe ich mich fürs Ausschlafen entschieden. Die ersten, die bereits noch vor Sonnenaufgang ihr Glück versucht haben, hatten noch keinen Erfolg. Als ich vor dem Frühstück nach dem aktuellen Stand sehen wollte gab es bereits erste Anspülungen. Bei den ersten Metern war kaum interessantes Material dabei aber dann tauchten mit einem Schlag die ersten Stücke auf. Mit jeder größeren Welle wurden schöne Steinchen im 10-25 Grammbereich an den Strand geworfen. Dieser Moment macht immer am meisten Spass.

Im Laufe der nächsten Stunden sind dann soviel Holz, Muscheln, Tang und tote Fische angekommen wie ich es selten erlebt habe. Es war eine richtige Materialschlacht und dazwischen versteckten sich mehr Bernsteine als wir erwartet hatten. Man konnte noch 2 Tage später im Dreck wühlen und größere Stücke finden. Man musste nur die richtigen Stellen erwischen, da müssen wir das nächste mal noch hartnäckiger sein.

Die Waage ist nach 2 Tagen bei 915 Gramm stehen geblieben. Wenn man bedenkt das andere genauso viel oder teils noch mehr sammeln konnten war es eine sehr beeindruckende Lage. Durch den Nordwind wurde das Material später wieder neu aufgearbeitet und wie Axel schon berichtete konnte man dann wieder leicht am Spülsaum die Stücke einsammeln. Da war ich aber bereits auf der Rückreise.

Ein Problem war das Vereisen der Küsten, weshalb an den sonst verdächtigen Stellen dieses mal nicht so viel ankommen konnte. Ich habe wieder einiges an Erfahrung hinzugewinnen können und freue mich schon auf den nächsten Sturm. Solange es kein Südwind ist, da ist mir die Anreise nach Schweden oder Dänemark eigentlich zu umständlich ?

Viele Grüße,
Michael

Bernstein sammeln extrem – ist man bernsteinsüchtig?

Bernsteinsüchtig – und es gibt keine Klinik?

Viele von Euch kennen bestimmt die “Bernsteinsucht”: Man wird unruhig und wartet auf den Tag, an dem es wieder an den Ostseestrand geht. Nachdem wir mehrere Tage Ostwind hatten, dieser aber keine Muscheln, Seetank oder Rollholz an den Ostseestrand von Binz (Prorer Wiek) drückte, änderte sich heute die Lage zum Positiven – das berühmte “Bernsteinzeitfenster” öffnete sich mal wieder. Der starke Ostwind ließ nach und somit war die logische Schlussfolgerung: “Wir müssen unbedingt an den Ostseestrand von Binz!”
Dort angekommen, waren wir zunächst vom blanken Strand enttäuscht: Normalerweise liegt nach einem Ostwind viel “Schwarzes” am Strand. Hier sah es hingegen aus, als wurde der Strand klinisch gereinigt. Nur zwei kleine Bereiche hoben sich am Strand ab. Diese steuerten wir an.

Wir wurden eines Besseren belehrt! Der Ostwind und die Strömung sorgten dafür, dass ausreichend Bernsteine mit an Land gespült wurden. Der Boden war teilweise durch die -6° gefroren. Und nur unmittelbar im Küstenbereich blieb der Strandsand durch das wärmere Ostseewasser weich. So konnten wir in der Zeit von 18 bis 20 Uhr gut die Hälfte der gezeigten Bernsteine mit Hilfe unserer UV-Lampen einsammeln – bzw. aus dem gefrorenen Boden rausholen.

Wie man seine Bernsteinsucht befriedigt

Bernsteinfund im Schneegestoeber am Ostseestrand Binz

Nachdem wir aber sahen, wie größere Bernsteine im Wasser hin- und herrollten, holten wir nach kurzer Abendbrotpause das „schwere Bergungsgerät“. Jetzt kam erstmalig mein großer Edelstahlkescher zum Einsatz, der uns auch gleich einige der größeren Bernsteine bescherte. Die Hälfte der Bernsteine wurden mit Hilfe des Keschers aus der Ostsee geborgen.

Somit bestätigt sich zwar der Spruch, dass 80% der Bernsteine den Strand gar nicht erreichen – mit Hilfe meines Keschers erreiche ich aber die Bernsteine.

Gegen 22 Uhr mussten wir witterungsbedingt die Bernsteinsuche einstellen. Die Temperatur erreichte schon -10 Grad und der Schneefall nahm extrem zu. Toller Effekt: Kescher aus dem Wasser genommen und das Netz gleich geforen. So hatte ich es auch noch nicht erlebt.

Trotzdem einer der schönsten Bernsteinfunde vom Binzer Ostseestrand :-) .

Bei Minusgraden und Schnee gefunden

Bei Minusgraden und Schnee gefunden