Bernsteinfieber am Binzer Winterstrand

Nach unserem Aufenthalt im Januar 2013 brauchten wir ja diesmal nur ca 6 Wochen zu überbrücken, bis eine neuerliche Exkursion in der zweiten Märzwoche auf unsere Lieblingsinsel Rügen anstand.
Die Hin-und Rückfahrt war abenteuerlich, denn soviel Schnee und Sturm während einer Urlaubsfahrt an die Ostseeküste hatten wir auch noch nicht erlebt. Auf jeden Fall kamen wir gut in Binz an (und am Ende auch gut wieder weg).
Der Oststurm mit Scheegestöber wütete nach Ankunft noch zwei weitere Tage, ließ dann nach und drehte sogar auf südwest. Für vier Tage erschien sogar die Sonne am Himmel, sodass eigentlich beste Voraussetzungen vorlagen, um nach den Tränen der Götter, dem Gold der Ostsee, dem fossilen Baumharz, oder einfach dem „Bernstein“ zu suchen und auch zu finden.
Das zurückweichende Wasser ließ dann auch noch zwischen der Seebrücke von Binz und dem Campingplatz in Prora das von Bernsteinsammlern geliebte Gemisch (Schmodder) aus Algen, Muscheln und Holz auf dem Sand am Spülsaum zurück. Also nix wie los…

Zum Vergrößern auf die Fotos klicken.

Beim Bernsteinkeschern

Beim Bernsteinkeschern am Binzer Ostseestrand

Mit „schwerem Suchgerät“ (Gummistiefeln und kleiner Gartenkralle) wurden wir dann auch schon auf Höhe des IFA-Parkes fündig. Keine Riesenbernis, aber immerhin, man konnte suchen und finden.
Aber manchmal sollte man sich nicht unbedingt von den ersten Funden beeinflussen lassen, und erstmal den gesamten Strand (natürlich nur die lohnenden Stellen) absuchen, wenn der nur nicht so unendlich lang wäre.
So hörten wir beim Buddeln von den, aus Richtung Prora kommenden Urlaubern, „…da hinten, die haben schon viele Große gefunden.“ 🙁 hmmmmm Naja, fürs nächste Mal.

Bernstein Ausbeute

Bernsteinausbeute einer unserer Lieblinsstellen am Strand

Auf jeden Fall hatten wir das erste Baumharz gesammelt und begaben uns dann die nächsten Tage nur noch an die, von den Urlaubern beschriebene Stelle, Höhe des Campingplatzes.

Dieses Feld wurde, nicht nur von uns, wieder und wieder durchgewühlt, und dabei kamen doch noch einige schöne Funde zu Tage. Am Sonntag vor der Abreise konnte es sogar Rügenblogger Axel einrichten, mit uns einige Zeit den Strand zu „harken“. Auch hier wurden noch einige Klonker aus dem Gemisch gefördert, obwohl es durch den scharfen Wind wirklich schweinekalt war. Teilweise haben wir die Bernstein aus dem Eis gehackt, echte Schwerstarbeit diesmal, aber dieses „Bernsteinfieber“ lässt einen die Kälte regelrecht vergessen.

500g-binzer-bernstein

Unsere Urlaubsausbeute – 550g Rügener-Bernstein

Letztendlich kamen immerhin 550gr Bernstein zusammen, ein schönes Ergebnis, und eine herrliche Befriedigung unserer „Sucht“ ;-).
Leider tritt jetzt erstmal eine lange Durststrecke ein, was den Rügenbesuch angeht. Geplant ist Anfang November, in der Hoffnung auf Herststürme…….

Natürlich wurden Treibhölzer durch den starken Wind und Wellengang auch wieder zahlreich am Strand verteilt und ordentlich mitgesammelt.
Im heimischen Hobbykeller werden diese und einige Stücke der Bernsteine nun zu „leuchtendem Holz von der Ostsee“, Bernsteinthermometern u.a. weiterbewerkelt.

Allen Bernsteinsuchern immer eine Handvoll Schmodder am Strand 😉

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Über Carsten

Wir, Regina und ich (beide +- 50 Lebensjahre) wohnen in Hannover und waren zum ersten Mal 2002 in Binz auf Rügen. Hier gefällt es uns so gut, dass es inzwischen viele, viele Besuche waren. Bei jedem unserer Aufenthalte, halten wir es wie unsere Vorfahren, die Jäger und Sammler. Wir "jagen" Bernstein und sammeln Treibholz. Die Fundstücke werden anschließend bewerkelt, bis daraus Gegenstände mit maritimen Flair, wie Treibholzteelichter und Bernsteinthermometer entstehen. Wir hoffen, dass wir auch noch in Zukunft oft auf diese schöne Insel kommen und unserem Hobby nachgehen können.

9 Gedanken zu „Bernsteinfieber am Binzer Winterstrand

  1. userCarsten

    Wir, aus Hannover, wünschen allen Blog-Lesern und “Bernsteinverrückten” eines schönes Osterfest und eine erfolgreiche Suche im Schnee (nach was auch immer ;-).

  2. userCarsten

    …….heute in 2 Wochen geht es wieder los :-). Schweres Bergegerät wurde erneuert und wartet auf seinen ersten Einsatz. Muß eigentlich nur noch das Wetter mitspielen……ordentlich Wind soll es ja geben, aber zur Zeit noch aus der falschen Richtung….wir sind gespannt und eine leichte Bernsteinnervosität macht sich, wie jedes Mal, bemerkbar 😉

  3. userAxel

    Hallo Carsten,
    sofern es meine Zeit zulässt, werde ich Dich mal mit dem neuen Bernstein-Bergegerät fotografieren. Wollen mal hoffen, dass die Bernsteinsuche besser ausfällt, als bei euren letzten Rügen-Besuch 😉

  4. userCarsten

    Jo, also von unserer Seite her ist alles vorbereitet!! 🙂 Jetzt muß nur noch der “Schutzpatron der Bernsteinjäger” (brauchen wir noch einen Namen für) seine Hand über uns ausstrecken 😉
    Wie heißt es so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt…..werde nachher mal in den Keller gehen und in den Bernsteinkisten wühlen, nur um schon mal das Gefühl zu kriegen 😉
    Mit Eisgang brauchen wir ja wohl noch nicht zu rechnen, obwohl ich letztes Mal im März die Kälte schon garnicht mehr gespürt habe :-)……..warten wir es ab……scharfen Bernsteingruß nach Binz

  5. userCarsten

    Das Wetter wird schlechter….sehr schön ;-), der Wind frischt auf, am Dienstag bis 80 km/h….sehr schön, Windrichtung s/w……schlecht…..Axel: könntest du event. mal die Insel in die richtige Richtung drehen??? 🙂

  6. userCarsten

    Der Supergau ist leider eingetreten :-(,
    für die Zeit unseres Aufenthaltes auf Rügen ist nur schwacher bis mässiger s/w Wind angesagt, was soviel bedeutet wie KEIN Bernstein……:-((
    Plan B, der noch garnicht existiert, muss jetzt wohl entwickelt werden, um die verbleibende Zeit mit sinnvollen Aktivitäten zu füllen…….schade, aber am Wetter lässt sich leider nix drehen…….

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