Rettungstürme in Prora, nicht Ferienhäuser mit Meerblick

Drei Rettungstürme in Prora sollen zur Badesaison Ihren Betrieb aufnehmen

So mancher Strandbesucher staunt über die drei in Bau befindlichen größeren Gebäude oberhalb des Ostseestrandes von Prora. Von einigen Einheimische und auch Urlauber hörte man: „Da haben wieder welche eine Sondergenehmigung erhalten, um Ihr Ferienhaus direkt am Meer zu bauen!“

Neuer Rettungsturm in Prora

Neuer Rettungsturm in Prora

Dem ist leider nicht so. Hier entstehen keine neuen Ferienhäuser mit Meerblick, sondern drei neue Rettungstürme. Diese werden mit Toilettenanlagen ausgestattet und das Multifunktionsgebäude an der Binzer Seebrücke diente als Vorbild.

Laut dem kommunalen Eigenbetrieb Kurverwaltung Binz werden in den drei Rettungstürmen in Prora keine Touristinformationen untergebracht sein. Auch werde es keine Rundumverglasung der Rettungstürme wie an der Seebrücke geben. Die Gebäude für die Rettungsschwimmer der DLRG werden derzeit am  Strandzugang 71 zwischen Block I und II, am Strandzugang 72 zwischen Block II und III und am Strandzugang 76 zwischen Block IV und V gebaut. Die drei neuen Proraer-Rettungstürme kosten 3,4 Millionen Euro.

Zukünftige Strandbesucher können dann nur über eine gültige Kurkarte mit einem QR-Code die Strandtoiletten nutzen. Einwohner von Binz und Prora können die Anlagen dann mit Ihrer neu eingeführte Einwohnerkurkarte ebenfalls nutzen. Alle Urlauber, aber auch Einheimische müssen dann für die Strand- bzw. Strandtoilettennutzung 2,85 € Kurtaxe an den Automaten neben den Rettungstürmen bezahlen.

13 Gedanken zu „Rettungstürme in Prora, nicht Ferienhäuser mit Meerblick

  1. userIngo

    Hallo Rügen Freunde,
    leider keine Sondergenehmigung. Da hatten wir ja echt Glück mit unserem Häuschen. Finden es echt gut, dass die Gemeinde Binz auf die steigende Zahl der Badegäste so verantwortungsvoll reagiert. Axel schreibt, dass alle Urlauber ohne gültiger Kurkarte für die Strandtoilettenbenutzung zahlen müssen. Ist auch richtig so. Aber gilt dies auch für Inselbesucher, welche in anderen Gemeinden eine gültige Kurkarte erworben haben und nur einen Kurztrip nach Binz machen wollen.
    Beste Grüße

  2. userAxel Artikelautor

    Hallo Ingo,

    wenn Du eine gültige Kurkarte von Binz/Prora hast, dann kannst Du diese auch für die Sanitäranlagen der Kurverwaltung von Binz/Prora nutzen.

    Gruß Axel

  3. userIngo

    Hallo Axel,
    mir geht es eigentlich nicht um die Sanitäranlagen von Binz/Prora. Wollte eigentlich nur mal wissen, warum eine z.B. in Glowe für einen bestimmten Zeitraum erworbene Kurkarte im gleichen Zeitraum bei einen Kurztrip nach Binz nicht zählt und man noch mal zahlen soll. Wäre es nicht besser für Inselurlauber eine Kurkarte, mit welcher man alle Orte erkunden kann herauszugeben. Klappt übrigens auf dem Darß und den ostfriesischen Inseln jetzt schon gut. Beste Grüße aus Bautzen

  4. userRalf

    Moin Leute,
    meine Erfahrung vom letzten Oktober: unsere Kurtkarte von Neu Mukran wurde in Göhren ohne Diskussion akzeptiert.
    Das Probelm ist aber immer dasselbe. Jeder will den dicksten Brocken aus den Einnahmen für sich. Deshalb gibt es keine einheitliche Lösung. Ansonsten finde ich den Ausbau der touristischen Infratruktur sehr gut.
    Lustig ist, dass gerade die Leute, die sich über die Kurtaxe am lautesten aufregen auch diejenigen sind, die rum heulen, wenn sie z.B. keine saubere, öffentliche Toilette vorfinden.

  5. userErwin

    Moin in die Runde!

    Ich als Einheimischer halte die Kurabgabe für eine moderne Form der Wegelagerei. Auf Rügen noch zusätzlich perfektioniert durch Schlagbäume nebst als kostenpflichtigem Parkraum ausgewiesenen Ackerflächen und Bimmelbahn zum eigentlichen Ziel.
    Jede Region muss die Infrastruktur schaffen, welche einer wirtschaftlichen Entwicklung gedeihlich ist.
    Straßen, Spielplätze, Mülleimer, Parkplätze, Radwege und öffentliche Toiletten – alles ganz normale Infrastruktur, die man in jeder Stadt / Region erwartet.
    Nur die so genannten Kurorte meinen, dies nicht aus den Steuereinnahmen finanzieren zu können und erklären die genannte Infrastruktur zum Besonderen, welches extra finanziert werden muss.
    Was würde der Rüganer sagen, wenn er plötzlich in Stralsund oder Greifswald im Wartezimmer des Arztes, an der Kino- oder Baumarktkasse um eine Infrastrukturabgabe erleichtert würde?
    Wer Touristen anziehen will, sollte die dafür nötigen Maßnahmen schon aus den daraus gezogenen Einnahmen finanzieren – einfach mal nach Skandinavien fahren, da funktioniert das auch, sogar besser als hier und ohne Strandzugangsgebühr.

    Gruß, Erwin

  6. userRalf

    Moin Erwin,
    da muss ich Dir teilweise widersprechen. Warum sollen die Einheimischen mit ihren Steuergeldern dafür Sorgen, dass Touristen alles auf dem goldenen Tablett serviert bekommen. Wer die Infrastruktur nutzen will, der soll auch dafür zahlen. Ich weiß nicht, ob der geborene Rüganer auch Kurtaxe zahlen muss. Sollte das so sein, müsste das sofort abgeschafft werden.Schließlich zahlt der “Eingeborene” schon durch seine Steuern und Abgaben für die Schaffung der touristischen Infrasturktur. Die Infrastruktur, sobald sie geschaffen ist, muss aus den Einnahmen der Kurtaxe unterhalten werden.
    Das geht aber irgendwie am Thema vorbei. Schließlich ging es bei Axels Bericht ja um etwas ganz Anderes. Nämlich den typisch deutschen Neid, weil sich da vielleicht jemand etwas mehr leisten kann, als der Normalo. Und dann sind es am Ende “nur” Rettungstürme, die auch noch der Allgemeinheit zu gute kommen. Das geht ja nun gar nicht. Sarkasmus off.

  7. userIngo

    Hallo an alle, Hallo Erwin und Ralf,
    eigentlich ging es ja bei Axel`s Bericht um die lobenswerte Errichtung von neuen Rettungstürmen der Stadt Binz in Prora und nicht um Kurtaxe. Ist aber sehr interessant und wir werden weiter verfolgen. Mit der Wegelagerei und den Schlagbäumen hat Erwin ja nicht unrecht. Es gibt schon Ortsteile wo man bezahlt ohne das eine Infrastruktur zu erkennen ist (keine öffentlichen Toiletten, keine Strandbetreuung u.s.w.) Wird ja wieder mal diskutiert die Mindestanforderungen , welche einen Kurbeitrag in den einzelnen Ortsteilen berechtigt zu definieren. Na mal sehen. Wäre schon schön, wenn es eine Lösung geben würde und vielleicht findet man für die Insel ein Gesamtkonzept, damit wenigstens die “Schlagbäume” verschwinden. Klappt ja in anderen Regionen auch ganz gut.
    Beste Grüße

  8. userMichael

    Da würde man als Besucher ja diskriminiert werden. Steuern bezahlt man schliesslich auch in seiner Heimat für Infrastruktur etc. Und Müll verursachen schließlich auch Einheimische und sollten die Toiletten oder Busse nutzen.

    Und was die Türme angeht sind manche Gäste wohl “etwas unwissend”.

  9. userRalf

    Moin Michael,
    das sehe ich völlig anders. In keinem Popeldorf gibt es öffentliche Toiletten und in vielen Städten darf man entweder für die Benutzung extra zahlen, oder man steht knöcheltief im Dreck, oder sogar beides.
    Es gibt auch nur wenige Orte, die sich einem so großen Besucheransturm gegenüber sehen, wie es u.a. die Ostseebäder tun. Die touristische Infrastruktur geht über das normale Maß hinaus und muss, aus meiner Sicht (!) auch entsprechend finanziert werden. Wenn jetzt jemand kommt und vorschlägt, dass die Gastronomiebetriebe stärker in die Pflicht genommen weden sollten, würde das einerseits die Preise nach oben treiben und dazu noch diejenigen Gäste begünstigen, die ihr Butterbrot von zu Hause mitbringenn. In Sachen Schlagbäume und Transport zu den Sehenswürdigkeiten gebe ich Erwin recht. Aber hier geht es um die Rettungstürme und nicht um das leidige Thema Kurtaxe.

  10. userErwin

    Moin in die Runde, moin Ralf.

    “Warum sollen die Einheimischen mit ihren Steuergeldern dafür Sorgen, dass Touristen alles auf dem goldenen Tablett serviert bekommen.”

    Weil sie davon leben. Schau dich im Hinterland von MV oder Brandenburg, abseits großer Städte oder Tourismus um – genauso traurig würde es auch auf Rügen ohne den Tourismus aussehen.

    Ich könnte jetzt noch stundenlang über Gäste mit selbstgemachtem Butterbrot, Einnahmen, die vor Ort generiert aber sonstwo versteuert werden, oder die unsägliche, um sich greifende Mentalität dem Anderen nicht das Schwarze unter dem Fingernagel zu gönnen schwadronieren, aber ihr habt recht, das geht haarscharf am eigentlichen Thema hier vorbei.

    endlich sonnige Grüße, Erwin

  11. userarohla

    …Von einigen Einheimische und auch Urlauber hörte man: „Da haben wieder welche eine Sondergenehmigung erhalten, um Ihr Ferienhaus direkt am Meer zu bauen!“ DEM IST LEIDER NICHT SO. Hier entstehen keine neuen Ferienhäuser mit Meerblick, sondern drei neue Rettungstürme…
    Wie jetzt “leider nicht so … ” wäre es denn wünschenswert, wären es Wochenendhäuschen in bevorzugter Lage gewesen? Ich hätte lieber gelesen “Gott sei dank nicht so!” Schließlich ist die Küste Rügens schon genug zersiedelt und bedarf nicht noch weiterer prall gefüllter Geldbeutel zum Kauf strandnaher Grundstücke. Ich hoffe nur, dass die Gemeinden dem wachsenden Druck der Pfeffersäcke auch weiterhin standhalten und nicht ihr Gold – nämlich die einzigartige Natur – opfern. Wenn alles bebaut ist, kommt dann keiner mehr, Wasser und Sand gibt es auch anderenorts.
    Und die Diskussion um und über die Kurtaxe geht meines Erachtens glatt am Thema vorbei. Da muss ich klar Ingo recht geben. Mir scheint, auch auf Rügen ist mittlerweile der Kampf um den Goldeuro entbrannt und es wird nur noch Kasse gemacht nach dem Motto “Du bist im Kurort/ Seebad und daher hast du zu zahlen.” So kann’s nicht weiterlaufen, denn dann bezahlt der Gast dann auch noch den Strandbesuch (im Westen hat es schon Gerichtsurteile gegen solche Vorhaben gegeben).
    Wenn man schon Kasse machen will, dann sollte man mal den Blick über die Tellerkante schweifen lassen, wie es andere machen. Ich habe in anderen Teilen der Welt Infrastruktur erlebt, die sich sehen lassen konnte, und die es für lau gab. Die haben die ansässigen Touristikbetriebe, die in einen Pool einzahlen, aus dem die Infrastruktur geschaffen und erhalten wird. Schließlich sind es ja diejenigen, die von den Touristen und Gästen leben. Wer sich Gäste einlädt, kassiert ja auch nicht ab, wenn sie die Toilette nutzen, auf dem Balkon die Landschaft genießen, sein Geschirr benutzen, seinen Parkplatz benutzen etc.
    Darüber sollte man mal nachdenken

  12. userAxel Artikelautor

    Hallo Arohla, auf einer Art kann ich dir recht geben… “Gott sei dank nicht so!” – bezogen auf die Ferienhäuser mit Meerblick. Aber leider zeigt uns die Erfahrung, dass vieles, was eigentlich Natur bleiben sollte, mit Genehmigung der Behörden zu Bauland wird. Siehe Ortsdurchfahrt Lobbe, siehe ehemaliger Wald gegenüber des EDEKA´s in Sellin, siehe ehemalige Kiefernwald in der Schaabe in Glowe. Und es gibt noch viele weitere dieser Beispiele. Und die Leute wissen auch, hier regiert das Geld, nicht der Verstand und die Vernunft.

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