... Die Sankt-Petri-Kirche in Garz auf Rügen ist eine gotische Backsteinkirche auf einem Fundament aus Findlingen


Sankt-Petri-Kirche in Garz auf Rügen Kirchturm der Sankt-Petri-Kirche Seitenansicht der Sankt-Petri-Kirche Höhenmarke an der Sankt-Petri-Kirche

Was ist das Besondere an der Sankt-Petri-Kiche in Garz auf Rügen?

Die etwa 1350 errichtete Sankt-Petri-Kirche steht auf einem Fundament aus Findlingen, also ortsfremden Felsblöcken, die durch Eisverschiebungen während mehrerer Eiszeiten zur Insel Rügen transportiert wurden. Die Kirche steht dabei auf einem Hügel am Stadtrand von Garz, der ältesten Stadt der Insel Rügen, und wird von einem Friedhof umgeben.

Das Alter des Taufsteins, der aus Granit gemeißelt wurde und blattartige, gerippte Ornamente besitzt, wird auf mindestens 700 Jahre geschätzt. Er soll ein Geschenk von Heinrich dem Löwen (113x–1195, Kreuzritter und Herzog von Sachsen und Bayern) an die Insel Rügen gewesen sein. Der schlichte Patronatsstuhl gegenüber der Kanzel wurde in Gedenken an den großen Sohn Rügens, Ernst Moritz Arndt, in seinem ursprünglichen Zustand erhalten. Der spätere Publizist und Dichter Arndt wurde 1769 in Groß Schoritz geboren, in dieser Sankt-Petri-Kirche getauft und zehnjährig eingesegnet.

Wer war Sankt Petri?

Simon Petrus, Sankt Peter, starb 66 Jahre nach Christus. Petrus war Apostel und – angesichts drohender Kreuzigung – Verleugner Jesu Christi. Dem Neuen Testament nach war Petrus dann einer der Ersten, dem der auferstandene Jesus begegnete. Ursprünglich Fischer, hätte er später die Jerusalemer Urgemeinde geleitet, wäre erster Bischof von Antiochien sowie Gründer und Haupt der Gemeinde von Rom gewesen. Darauf führte die römisch-katholische Kirche das Primat des Papstums zurück.

Welche Geschichte hat die Garzer Sankt-Petri-Kiche?

  • 1350: erste Bauabschnitte werden errichtet, zwei Westjoche mit der Sakristei (Nebenraum zur Lagerung von Gottesdienstmitteln) bilden den ersten Teil, drei Langhausjoche werden 1397 angefügt
  • 1450: Turm und zwei Chorjoche kommen hinzu
  • 1707 / 1708: Kanzel der Sankt-Petri-Kiche aus der Werkstatt von Hans Broder aus Stralsund
  • 1727 / 1728: der Altar der Petrikirche stammt aus dem späten Mittelalter; sein Barockaufsatz wird in diesem Jahr in der Stralsunder Holzbildhauerwerkstatt des Elias Keßler gefertigt
  • 1741: die letzten größeren baulichen Änderungen an der Kirche finden statt
  • 1764: ein großer Stadtbrand vernichtet das Pfarrhaus und leider auch die Kirchchroniken, die Kirche selbst bleibt verschont
  • 1836: Orgelbauer Carl August Buchholz fertigt die Orgel der Kirche, die heute noch (verändert) existiert
  • 1914: die Kirchenorgel wird von einer mechanischen zu einer pneumatischen Orgel durch die Orgelbau-Anstalt B. Grüneberg in Stettin umgebaut; pneumatische Orgeln ersparen dem Organisten einige Handgriffe durch den Einsatz von Druckluft und ermöglichen neue Klangverbindungen, es gibt sie seit 1890
  • 1992 / 1993: Renovierungsarbeiten am Dach, am Turm, an der Außenwand und an den Fenstern
  • 2003: die Kirche erhält drei neue Glocken der Glockengießerei Bachert aus Karlsruhe; diese Gießerei fertigte auch die sieben neuen Glocken der Frauenkirche zu Dresden

Wann ist die Sankt-Petri-Kiche in Garz auf Rügen geöffnet?

Einmal monatlich wird sonntags um 10.30 Uhr ein Gottesdienst gehalten. Um nähere Informationen einzuholen und Kirchenführungen anzumelden, können Sie das Pfarramt direkt kontaktieren.

Wie kann man die Kirche in Garz kontaktieren?

Pfarramt Garz
Ev. Kirchengemeinden Garz, Zudar, Sehlen und Poseritz
Wendorfer Straße 17
18574 Garz
Telefon: 038304 / 257

Wo liegt die Sankt-Petri-Kirche in Garz auf Rügen?