... Infos und Fotos zur spätmittelalterlichen Sankt-Nikolai-Kirche in Altefähr am Strelasund, damals schon Umschlagsplatz zwischen Festland und Insel Rügen


Seefahrerkirche St. Nikolai in Altefähr Giebelansicht der Kirche Kircheingang Blick in die Kirche Kirchuhr aus dem Jahr 2005 Schild an der Kirche

Welche Geschichte hat der Ort Altefähr?

Altefähr liegt gegenüber der Hansestadt Stralsund am Strelasund, der Meerenge zwischen Festland und der Insel Rügen. Der Ort wurde erstmalig 1240 als bei der ollen Fähre (bei der alten Fähre) urkundlich im Stadtarchiv der Hansestadt Stralsund erwähnt. Schon seit dem 13. Jahrhundert diente der Fährort als wichtigster Umschlagsplatz zwischen dem Festland und der Insel Rügen.

Hauptsächlich gelangten landwirtschaftliche Produkte über Altefähr in die Hansestadt. Von 1883–1936 hatte Altefähr durch die Eisenbahnfährverbindung eine gesicherte Einnahmequelle. Ebenfalls profitierten viele Gastwirtschaften von dieser Fährverbindung, da es nachts keinen Fährbetrieb gab.

Wer war Sankt Nikolai?

Der heilig gesprochene (Sankt) Nikolaus von Myra in Lykien (etwa 100 km südwestlich von Antalya in der heutigen Türkei) lebte zwischen Ende des ditten und Mitte des vierten Jahrhunderts nach Christus. Er soll als Bischof von Myra gewirkt haben, während der Christenverfolgung gefangen und gefoltert worder sein.

Er war vermutlich Teilnehmer des Konzils von Nicäa und inspirierte viele Legenden, die ihn zum Heiligen vor allem der Ostkirchen werden ließen. Die Legenden handelten unter anderem von Goldschenkungen, Bewahrung vor Todesstrafen, Bekehrung eines Juden oder von der Bekämpfung der griechischen Jagdgöttin Diana.

Hier relevant ist insbesondere die Legende, nach der in Seenot geratene Schiffsleute von einem plötzlich erschienen Mann mit Wunderkräften durch einen Sturm navigiert wurden, der daraufhin wieder verschwand. Die Seeleute wollen in der Kirche von Myra den Heiligen erkannt haben. Nikolaus ist bis heute Patron gläubiger Seefahrer.

Wann wurde die Seefahrerkirche Sankt Nikolai in Altefähr erbaut?

Altefährs gotische Sankt-Nikolai-Seefahrerkirche wurde in den Jahren um 1300 errichtet, also zu Beginn des Spätmittelalters. Zu der Zeit ereignete sich die Auflösung des Templerordens durch den Papst (1118–1312), die Mitglieder wurden verhaftet. Und nur wenige Jahre zuvor wurden die Kreuzzüge beendet. Die Päpste dieser Zeit befanden sich im Machtkampf mit den Stauferkaisern, gleichzeitig war das Papsttum auf dem Höhepunkt ihrer Macht.

Das Backsteingebäude besteht heute aus einem eingezogenen, rechteckigen, flachgedeckten Chor aus dem 15. Jahrhundert. Im Jahr 1692 wurde der backsteinerne Westturm mit dem Fachwerk-Obergeschoss und seinem achteckigen Turm-Helm errichtet. Das Langhaus mit dem späteren Tonnengewölbe hatte man im Jahr 1737 gebaut.

Der Altar der Seefahrer-Kirche ist von 1746 und stammt aus der Werkstatt des Stralsunder Tischlermeisters Michel Müller, der seit 1740 mehrere Kirchen auf Rügen mit Altaren ausstatte. Erst 1913 wurde der Turm-Aufbau, der noch heute zu sehen ist, für diese Spätmittelalter-Kirche errichtet. Ein markantes Kirchendetail ist die mehr oder weniger stilvolle Eckturmuhr; sie wurde 2005 angebracht.

Wann ist die Seefahrerkirche St. Nikolai geöffnet?

Im Sommer ist die Kirche täglich geöffnet und der Gottesdienst findet jeden Sonntag um 10:30 Uhr statt. Des Weiteren werden im Kirchensommer, d.h. in der Zeit von Juni bis September, oft freitags um 19:30 Uhr Kirchkonzerte aufgeführt. Um nähere Informationen einzuholen und Kirchenführungen anzumelden, können Sie das Pfarramt direkt kontaktieren:

St.-Nikolai-Kirche Altefähr
Evangelische Kirchengemeinde Altefähr
Bahnhofstraße 20
18573 Altefähr
Telefon: 038306–75231

Wo liegt Altefähr und die Sankt-Nikolai-Seefahrerkirche auf Rügen?