Die Sankt-Jakobs-Kirche im Dorf Kasnevitz ist Rügens einzige Kirche mit einer massiv gemauerter Kirchturmspitze

Die Sankt-Jakobs-Kirche in Kasnevitz Altar der Sankt-Jakobs-Kirche Kasnevitz Blick aus dem Mittelschiff in Richtung Orgel Die Taufschale der Sankt-Jakobs-Kirche Fenster im Chorbereich der Kirche Die Sanduhr des Predigers Opferstock der Kirche Liste der Pastoren von 1540 Jeder Ort hat seine eigene Kirchbank Die Sonnenuhr aus dem Jahr 1750 Überreste der Sonnenuhr aus dem Jahr 1450

Wann wurde die St.-Jakobs-Kirche in Kasnevitz erbaut?

Die evangelische Sankt-Jakob-Dorfkirche wurde um 1350 erbaut. Die Backsteinkirche steht auf einer Anhöhe am Eingang von Kasnevitz aus Richtung Garz kommend und wird von einem schönen, alten Friedhof mit teilweise historischen Gräbern umrahmt. Dieser Platz wurde wahrscheinlich schon in vorchristlicher Zeit als heidnische Kultstätte genutzt.

Wie hat sich die St.-Jakobs-Kirche über die Jahrhunderte verändert?

1350–1900:

In der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts entstanden Chor und Sakristei der Sankt-Jakobs-Kirche und wenig später wurde das Langhaus angefügt. Im Mittelalter entstand der erste Kirchturm. Der Volkskundler und bedeutenste Sagensammler Vorpommerns Alfred Haas erwähnte einen Turm, der angeblich aus Ziegeln errichtet und mit Kupfer eingedeckt war. Er sei am 1. Adventssonntag des Jahres 1641 aber eingestürzt: Die unbeschädigt gebliebenen Glocken wurden darauf in einer unweit der Kirche stehenden Eiche aufgehängt. Ein neuer Glockenturm wurde im Jahre 1768 und der jetzige Kirchturm im Jahre 1864 erbaut.

Die Gesamtkosten des neuen Turms mit seiner massiv gemauerten Turmspitze betrugen 4.256 Reichstaler. Das Haus derer zu Putbus steuerte 20.000 Mauersteine zum Neubau hinzu. Die Bauarbeiten wurden hautsächlich von einheimischen Handwerksmeistern ausgeführt.

Die Kasnevitzer Glocke wurde 1837 in Stralsund von Simon Zach gegossen. Sie hat einen Durchmesser von 111 cm. An der südlichen Außenwand der Jakobskirche befinden sich zwei Sonnenuhren, die eine von 1450, die andere aus Sandstein von 1750.

Der 1864 errichtete Kirchturm ist weithin sichtbar und vermittelt ein Stück Heimatgefühl. Vier Jahre nach Errichtung des Kirchturms wurde 1868 die Kirchturmuhr mit ihren vier gewaltigen Zifferblättern von einem Putbuser Uhrmachermeister eingebaut.

Der Altar ist eine gemauerte Mensa, der Aufsatz wurde 1746 von Johann Artmer als Kanzelaltar geschaffen.

Neben der Kanzel befindet sich eine Sanduhr, die den Zweck hatte "daß künftig jeder Pfarrer sich mit dem Konzept seiner Predigt so einrichten soll, daß er bei dem öffentlichen Gottesdienst, einschließlich Gebet und Predigt, [sich] nicht länger als dreiviertel Stunde auf der Kanzel aufhält. Daß ein jeder Pfarrer sogleich bei seinem Auftritt auf die Kanzel die dort anzubringende Sanduhr umdrehen und auf ihren Ablauf achten soll." Die Namen der Prediger seit der Reformation sind auf einer Tafel neben der Kanzel notiert.

1900–heute:

1958 wurde die Kanzel herabgenommen und an ihrem jetzigen Platz am Triumphbogen angebracht; an ihre Stelle wurde eine 1960 von Max Uecker, Greifswald, gestaltete Kreuzigungsgruppe gesetzt.

Das Innere der Sankt-Jakobs-Kirche ist verputzt und wurde in den Jahren 1990/91 neu ausgemalt. Besonders markant sind die hohen, recht imposanten Spitzbogenfenster mit den abgefassten Rahmungen im Langhaus.

Die Kasnevitzer Orgel wurde 1902 von B. Grüneberg in Stettin gebaut und 1999 von Orgelbaumeister R. Wolter aus Zudar einer Generalüberholung unterzogen. Die Orgel besitzt 2 Manuale, Pedal, 12 klingende Stimmen und einen pneumatischen Kegelladen.

Im Jahr 2006 konnte die Sonnenuhr von 1750 durch Spenden vor dem weiteren Verfall gerettet werden.

Lange konnte man am Kasnevitzer Kirchturm aus allen vier Himmelsrichtungen die Uhrzeit ablesen, was aber über Jahrzehnten nicht mehr möglich war, da die Uhr durch Witterungseinflüsse völlig verrostet und unbrauchbar geworden war. Das Uhrwerk ist inzwischen restauriert.

Lagekarte der Sankt-Jakobs-Kirche in Kasnevitz auf Rügen