... Der Rugardturm in der Stadt Bergen wurde zum Gedenken an den Dichter Ernst Moritz Arndt auf dem Burgwall „Rugard“ als Aussichtsturm erbaut


Ernst-Moritz-Arndt-Turm  (Rugardturm) Rugardturm und Gaststätte Postkarten von 1914 und 1904 Rugardturm 2001 frühere DDR-Schieferdach-Kuppel (2001) steinerne Wendeltreppe offene Aussichtsplattform schmiedeeiserne Treppe zur Kuppel Blick über Rügen aus der Glaskuppel Seit 2002: Glaskuppel auf dem Rugardturm Treppe zum Ernst-Moritz-Arndt-Turm

Lohnt sich der Besuch des Ernst-Moritz-Arndt-Turms (Rugardturm) in Bergen?

Der Turm wurde im Jahr 1877 zum Andenken an Rügens bekanntesten Dichter und Historiker Ernst-Moritz-Arndt auf dem Burgwall Rugard erbaut. Rugard ist slawisch für Rügenburg. Rügens Einheimische sagen oft auch Rugardturm oder Arndtturm. Dieser Turm steht auf einer 91 Meter hohen und bewaldeten Hebung und ist selbst nochmal 26,7 Meter hoch.

Der Ernst-Moritz-Arndt-Turm bietet in dieser Lage drei Aussichtsmöglichkeiten auf unterschiedlichen Höhen und gewährt seinen Besuchern einen wunderbaren Rundumblick über die Insel Rügen mit Sicht zur Hansestadt Stralsund, Insel Vilm, Insel Hiddensee und zum Kap Arkona an Rügens Nordspitze. Dazu sollten Sie die höchste Ebene erklimmen (gut zu schaffen), auf den anderen Ebenen sehen Sie nur Bäume. Das zum Turm angrenzende Restaurant-Hotel Am Rugard und das größere Waldgebiet (Rugardwald) wird übrigens auch gerne besucht.

Anfangs besaß der Rugardturm eine geziegelte Kuppel, zu DDR-Zeiten dann ein aus Schieferschindeln gelegtes Dach. Aktuell finden Besucher eine markante Kuppel aus Glas über sich, die nachts sogar von innen angestrahlt wird. An sehr heißen Tagen kann es unter der Glaskuppel aber recht warm werden. Geringe Kosten, die tolle Aussicht und das Spazierumfeld machen den Besuch lohnenswert.

Welche Geschichte hat der Ernst-Moritz-Arndt-Turm?

Dachkuppel zur DDR-Zeiten mit Schieferschindel
Alte Dachkuppel aus DDR-Zeiten mit Schieferschindeln (mittlerweile Glaskuppel)

Zu Ehren und zum 100. Geburtstages des Rügener Dichters und Historikers Ernst Moritz Arndt wurde 1869 ein Komitee zur Errichtung eines Arndt-Denkmals unter Leitung des rügenschen Landrats von Platen und des Bergener Bürgermeisters Dr. Richter gegründet. Die Öffentlichkeit wurde zu Spenden aufgerufen und Architekten konnten Ihre Entwürfe diesem Komitee unterbreiten.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 26. Dezember 1869 – dem 100 Jubiläumstag des in Groß Schoritz geborenen Ernst Moritz Arndt. Nachdem die finanziellen Mittel zur Neige gingen und den Bau des Denkmals beinahe scheitern ließen, wurde erneut zum Spenden aufgerufen. Der bekannteste Spender war Kaiser Wilhelm I.. Dieser spendete 3.000 Mark und unterstütze somit den Weiterbau des Turms. Nach 8 Jahren Bauzeit wurde 1877 das 26,7 Meter hohe Denkmal vollendet.

Gegen Ende des zweiten Weltkriegs (1944) wurde die noch geziegelte Kuppel entfernt und eine Flakstellung montiert. Schließlich nutzte die sowjetische Rote Armee den Turm in der Zeit von 1945 bis 1953. Zwei Jahre später, 1955, wurde die Turm-Plattform abgerissen und durch eine neue Holzkuppel ersetzt. Das Dach wurde während der DDR-Zeit mit Schieferschindeln erneuert. Erst wieder zwischen den Jahren 2000 bis 2002 erfolgte eine 1,1 Millionen DM teure Sanierung des Ernst-Moritz-Arndt-Turms.

Zum 125. Jahrestag der Erbauung des Arndtturms (2002) wurde er für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht.

Wer war Ernst Moritz Arndt?

Arndt wurde 1769 als Sohn eines Inspektors und einer Bauerntochter in Groß Schoritz, einem Ortsteil der Stadt Garz auf der Insel Rügen, geboren und hatte 9 Geschwister. Bekannt wurde er als nationaldemokratischer Publizist, Dichter freiheitlich-vaterländischer Lieder und als Historiker der anti-napoleonischen Befreiungskriege (1813–1815). Er arbeitete als Professor für Geschichte in Greifswald (heute 1 Autostunde von Rügen entfernt) und später 1818 für kurze Zeit in Bonn, wo er 1860 mit 91 Jahren verstarb.

Arndts Schrift zur Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen nannte Übelstände und verärgerte Adlige, die ihn beim schwedischen König Gustaf IV. Adolf verklagten. Dieser regierte damals Pommern und beendete dort 1806 – nicht zuletzt unter Eindruck von Arndts historischer Untersuchung – die Leibeigenschaft.

Im selben Jahr floh Arndt nach Schweden, weil er in seinem Hauptwerk Geist der Zeit zum Kampf gegen den Franzosenkaiser Napoleon Bonaparte und die Aufklärung aufrief. Er war Teil einer anti-französischen und national orientierten Publizistik, die den deutschen Nationalismus bis in das 20. Jahrhundert prägen sollte. 1812 holte ihn Freiherr vom Stein nach Petersburg, von wo aus er für die Erhebung Preußens gegen Napoleon wirkte. Des Weiteren war er Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung (1848), wo er sich für einen deutschen Nationalstaat mit Erbkaisertum unter preußischer Führung einsetzte.

Wann ist der Ernst-Moritz-Arndt-Turm geöffnet?

Zeitraum Uhrzeit
April bis Oktober 10–18 Uhr
Totensonntag geschlossen
24.-26. Dezember geschlossen

Aufgrund von Witterungsumständen kann der Ernst-Moritz-Arndt-Turm geschlossen bleiben. Um den Turm auch in der Nebensaison (November bis Ostern) besuchen zu können, wenden sich interessierte Turmbesucher an die Rezeption des Hotels Am Rugard.

Wo auf Rügen liegt der Ernst-Moritz-Arndt-Turm?

Der Rugardturm liegt am nordöstlichen Ortsrand von 18528 Bergen auf Rügen, in der Erlebniswelt Rugard.