... Die malerische Halbinsel Klein Zicker liegt am südöstlichen Zipfel der Insel Rügen und ist durch eine schmale Nehrung mit dem Mönchgut verbunden


Blick auf die Halbinsel Klein Zicker Wanderweg auf der Halbinsel Klein Zicker Blick vom Klein Zicker Berg auf Groß Zicker Rastplatz auf dem Klein Zicker Berg Fernsicht zu den Zickerschen Bergen Wanderrundweg Klein Zicker Blick über Klein Zicker nach Thiessow Der Ort Klein Zicker Steinstrand auf der Halbinsel Naturstrand, Blick in Richtung Bodden Steilufer auf der Halbinsel Beliebter Imbiss am Bodden in Klein Zicker Küste Klein Zicker im Winter Eisschollen an der Küste von Klein Zicker

Was ist das Besondere an der Halbinsel Klein Zicker?

Die Halbinsel Klein Zicker ist eines der schönsten Wander- und Ausflugsziele der Insel Rügen. Im südöstlichen Zipfel der Insel Rügen, im Biosphärenreservat Südost-Rügen, liegt die Halbinsel Klein Zicker mit dem malerischen Dorf Klein Zicker - einem Ortsteil des Ostseebad Thiessow und damit des Ostseebades Mönchgut. Eine schmale Nehrung verbindet die Halbinsel Klein Zicker mit der Halbinsel Mönchgut. Die höchste Erhebung ist der 38 Meter hohe Klein Zicker Berg, von dem man eine grandiose Aussicht auf die benachbarten Zickerschen Berge und das Ostseebad Thiessow hat. Bei guter Sicht kann man am Horizont den 58 Meter hohen "Streckelsberg" auf der Insel Usedom sehen. Klein Zicker ist auch beliebt bei Surfern und Kitern, die die direkte Lage am Greifswalder Bodden mit seinem Flachwasserbereich schätzen.

Was hat es mit der schwedischen Hafenstadt Gustavia und Klein Zicker auf sich?

Vorgeschichte

Von 1648 bis 1815 gehörten die Insel Rügen und Teile Mecklenburgs zur schwedischen Krone. Nach den Vereinbarungen des Westfälischen Friedens musste Schweden 1720 Vorpommern mit Ausnahme des nördlichen Teils (Stralsund, Greifswald, Rügen) an Preußen abtreten.

Planung der Hafenstadt Gustavia auf Klein Zicker

Die schwedischen Offiziere Oberstleutnant Boye und Major Gripenberg erhielten vom schwedischen Königshaus den Auftrag herauszufinden, ob der Zicker Seefür einen geplanten strategischen Hafen geeignet wäre. Ein entsprechender Bericht von Baron Sparre Anfang August an das schwedische Königshaus bezeichnete den Zicker See als ideales Bassin für 300-400 Schiffe. Der in Stralsund ansässige Baron Sparre entwarf daraufhin einen Plan für den Hafen und die Hafenstadt mit dem Vermerk:

Nördlich einer auf der mit 38 m ü. NN höchsten Erhebung von Klein Zicker zu erbauenden Kirche sollten Lagerhäuser entstehen und südlich davon die Wohnquartiere. Am östlichen Ufer, um die bereits im Großen Nordischen Krieg (1700–1721) errichteten Schanze, sollten die ersten Schiffsanlegeplätze entstehen. Weiter südlich war der Thiessower Haken für zukünftige Erweiterungen vorgesehen.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Klein_Zicker_Schanze_1806.jpg

Um die Oberhand nach dem Dreißigjährigen Krieg im Bereich der Ostsee zu behalten, befahl König Gustav IV. Adolf am 11. September 1806 den Bau eines Hafens und einer Hafenstadt auf der Halbinsel Klein Zicker.

Erste Arbeiten an der geplanten Stadt Gustavia auf Klein Zicker

Im Sommer 1806 begann man auch mit den ersten Arbeiten für die geplante Hafenstadt, die aber zum Winteranfang eingestellt wurden. Mit Beginn des Frühjahrs 1807 setzte man die Arbeiten fort und erste Gebäude entstanden. Während der Napoleonischen Kriege besetzten im Oktober 1807 sowie 1813 französische Truppen auch die Insel Rügen. 1811 zerstörten die Franzosen die bisher errichteten oberirdischen Anlagen und transportierten das von den Schweden zurückgelassene Baumaterial ab.

Der Nachfolger Gustav IV. Adolf, König Karl XIII. gab das Ziel einer Stadtgründung auf Rügen auf. 1814 fiel die Insel im Frieden von Kiel zunächst an Dänemark, ein Jahr später, nach dem Wiener Kongress, an Preußen.

Neben dem auf Rügen geplanten Gustavia, das seinen Namen zu Ehren des schwedischen Königs Gustav IV. Adolf erhalten sollte, trägt der Hauptort der karibischen Insel Saint-Barthélemy – die von 1785 bis 1877 eine schwedische Kolonie war – zu Ehren des damals amtierenden schwedischen Königs Gustav III. bis heute den Namen Gustavia.

https://de.wikipedia.org/wiki/Gustavia_(Rügen)

Warum wurde die Halbinsel Klein Zicker zum Sperrgebiet?

Das letzte Gebäude im Dorf gehörte zur Grenzbrigade Küste
Das letzte Gebäude im Dorf gehörte zur Grenzbrigade Küste

In der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1967 zog eine Gruppe von Sowjetsoldaten mit einem Raupenschlepper und Motorrädern mit Beiwagen nach Klein Zicker. Wenige Monate später wurde hier ein kleiner Radarstützpunkt (wie zum Beispiel bei Dranske) in Betrieb genommen. Es entstanden zeitgleich einfache Unterkünfte für die Offiziersfamilien und etwa 60 Soldaten. Neben den Armeeunterkünften errichtete man eine große Wagenhalle, eine Werkstatt, ein Heizhaus, ein Vorratslager für Lebensmittel und Benzin, einen Verkaufskiosk und später ein mobiles Mehrfamilienwohnhaus.

Das Gelände, auf dem die Radarstation und sämtliche Gebäude errichtet wurden, gehörte neun einheimischen Eigentümern. Man versuchte die Grundstücke zum festgesetzten Höchstpreis von 3 DDR-Pfennigen je Quadratmeter den Besitzern abzukaufen. Diese ließen sich auf diesen Handel nicht ein. Die Eigentümer wurden nicht enteignet, aber auch nicht entschädigt. Man nutzte unentgeltlich deren Land.

Nach 1989 wurde die Radarstation im Zusammenhang mit dem schrittweisen Abzug der Sowjetarmee aus Deutschland geräumt. Am 20. Juni 1991 verließen die letzten russischen Armeeangehörigen Klein Zicker. Ab diesem Zeitpunkt stand das Gelände unter Verwaltung des Bundesvermögensamtes und wurde zum Schutz vor Vandalismus bewacht.

Im Oktober 1994 erhielten alle Eigentümer ihre Grundstücke zurück. Am 12. Dezember 1996 bekam die Gemeinde Thiessow vom Land Mecklenburg-Vorpommern ein Angebot über den kostenfreien Abriss der ehemaligen sowjetischen Liegenschaften und die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes als Acker und Weideland. Die einzige Bedingung, die das Land an die Gemeinde stellte, war ein absolutes Bebauungsverbot. Die Gemeinde und auch die Eigentümer stimmten diesem Angebot zu.

Im Oktober 1997 begann man mit dem Rückbau und der Renaturierung des ehemaligen Armeegeländes und entfernte den stark zugenommenen Wildwuchs. Flächen wurden planiert, Trockenrasen gesät und Wanderwege angelegt. Ziel der Renaturierung war die Errichtung einer Trocken-und Magerrasenflora und die spätere Nutzung als Weideland.

Welche Geschichte hat Klein Zicker?

  • 1360: Erste schriftliche Erwähnung von Klein Zicker beim Verkauf der Halbinsel Zicker an das Kloster Eldena (Greifswald)
  • . . .
  • 1806–1807: Planung und Baubeginn eines befestigten schwedischen Kriegshafens auf Rügen. Abbruch des Projekts aufgrund der Napoleonischen Kriege und Besetzung Rügens durch französische Truppen
  • 1811: Französische Truppen zerstören die bisher errichteten oberirdischen Anlagen der geplanten Hafenstadt Gustavia
  • 1844–1845: Betrieb einer Zollstation in Klein Zicker.
  • 1967–1991: Die Halbinsel Klein Zicker wird militärisches Sperrgebiet. Betrieb einer Radarstation auf dem 38 Meter hohen Klein-Zicker-Berg durch russische Militärposten mit Offizieren und 60 Soldaten.
  • 1997: Rückbau der Gebäude und militärischen Anlagen auf der Halbinsel Mönchgut, Abtransport der Rückbaumassen in einem Umfang von 45.000m³. Der teilweise vergrabene und abgelagerte Müll wird entfernt.

Wo kann man in Klein Zicker parken?

Ein kleiner öffentlicher Parkplatz befindet sich am Ortseingang von Klein Zicker. Er verfügt auch über eine öffentliche Toilette und einen Imbiss in unmittelbarer Nähe. Alternativ können Sie einen kleinen Parkplatz am Ortsausgang des Ostseebades Thiessow in Richtung Klein Zicker nutzen. Dieser Parkplatz ist zirka 400 Meter von der Halbinsel Klein Zicker entfernt.

Wo liegt Rügens Halbinsel Klein Zicker?