Was ist ein Leuchtturm?

Als Leuchtturm wird ein Turm bezeichnet, der ein Leuchtfeuer trägt. Leuchttürme sind weithin sichtbare Seezeichen und dienen am Tag und in der Nacht zur Navigation der Schifffahrt. Die Reichweite des Lichtstrahls eines Leuchtturms ist von folgenden Faktoren abhängig: den Witterungsverhältnissen, der Lage und Höhe des Leuchtturms und des eingesetzten Leuchtmittels.

Bei großen, hoch gelegenen Leuchttürmen und optimalen Sichtverhältnissen kann die Reichweite  des Lichtstrahls 50-60km betragen.

Leuchttürme auf Rügen

Die Insel Rügen bietet an seiner 574km langen Küstenlinie 6 aktive Leuchttürme und mit der Insel Hiddensee (Leuchtturm Dornbusch und Leuchtfeuer Gellen) sogar 8. Somit besitzt Rügen die meisten Leuchttürmen an Deutschlands Küste. (Stand 2010)

Karte mit Leuchttürmen der Insel Rügen und Hiddensee


Die beiden Leuchttürme am Kap Arkona
Die beiden Leuchttürme am Kap Arkona

Die zwei Leuchttürme am Kap Arkona

Am fast nördlichsten Punkt der Insel – dem Kap Arkona –, stehen auf der ca. 45m hohen Steilküste die zwei bekanntesten Leuchttürme Rügens.
Der älteste der beiden Leuchttürme wurde 1826/27 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel in Backsteinbauweise errichtet. Von 1828 bis zum 31. März 1905 wurde der 19m hohe Leuchtturm genutzt. Dieser sogenannte „Schinkelturm“ ist der zweit älteste Leuchtturm an der deutschen Küste.
1901/02 errichtete man nur wenige Meter neben dem alten Turm einen 35m hohen Leuchtturm, der bis 1995 mit zwei Kohlebogenlampen betrieben wurde. Dieser Leuchtturm ist heute noch aktiv. In Sichtweite zu den beiden Leuchttürmen befindet sich noch der 1927 errichtete Peilturm, der als Seefunkfeuer bis 1945 seinen Dienst versah.


Alle 3 Türme sind begehbar und bieten eine Aussichtsplattform, von der Sie einen herrlichen Panoramablick über die Ostsee und die Insel Rügen genießen können. Bei optimalen Sichtverhältnissen kann man vom großen Leuchtturm sogar die ca. 64km entfernte dänische Ostseeinsel Mön sehen.

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                       Fotos vom Kap Arkona



Der Leuchtturm Dornbusch auf der Insel Hiddensee
Der Leuchtturm Dornbusch auf der Insel Hiddensee

Der Leuchtturm auf dem Dornbusch
(Insel Hiddensee)

Im Norden Hiddensees wurde auf dem 72m hohen Hochland 1887/1888 der Leuchtturm Dornbusch in Ziegelbauweise errichtet. Der Leuchtturm ist das Wahrzeichen Hiddensees.
Am 19. November 1888 wurde dieser 28m hohe Leuchtturm in Betrieb genommen. Eine Halogenmetalldampflampe lässt nachts das Leuchtfeuer noch bis zu 45km Entfernung scheinen.
Auf 102 Stufen erreicht der Besucher die Aussichtsplattform in einer Höhe von 20m. Bis zu max. 15 Besucher können gleichzeitig den Leuchtturm besteigen. Ab Windstärke 6 bleibt der Turm aus Sicherheitsgründen geschlossen.


Fotos Insel Hiddensee



Der Leuchtturm auf der Sassnitzer Mole
Der Leuchtturm auf der Sassnitzer Mole

Das Sassnitzer Molenfeuer (Ostmole)

Der achteckige, grüne Leuchtturm aus Stahl, mit weißem Band und spitzer, grüner Kuppel steht auf Europas längster Mole. Die Steinmole wurde 1889-1912 erbaut und hat eine Länge von 1,4km. Am Molenkopf errichtete man schon 1903 den Leuchtturm. Erst ab 1976 wurde das Seezeichen ferngesteuert. Unwetter trotzt der Sassnitzer Leuchtturm (Foto und Video) gekonnt. Der Turm steht auf einem 3m hohen Podest des Molenkopfes und hat eine Höhe von 12m. Von Seeseite sind in den Turm Schallaustrittsöffnungen eingelassen, so dass der Turm auch bei Nebel noch eine Warnfunktion hat.
Das Sassnitzer Molenfeuer ist noch in einer Entfernung von 12 Seemeilen (22km) sichtbar. Aufgrund starker Beschädigungen durch den Schneesturm 1978/79 musste der Leuchtturm komplett überholt werden.

Von 1979 bis 1993 wurde dann die Einfahrt zum Sassnitz Stadthafen nur durch das Westmolenfeuer markiert. Im September 1993 konnte dann der reparierte Leuchtturm wieder an alter Stelle seinen Betrieb aufnehmen. Im Sommer 2008 wurde der Leuchtturm letztmalig saniert. Dieser Turm ist nicht begehbar.

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                       Fotos Sassnitz                   Luftaufnahme Sassnitz



Die zwölfeckige Leuchtbake auf der Sassnitzer Westmole
Die zwölfeckige Leuchtbake auf der Sassnitzer Westmole

Der Leuchtturm auf der Westmole in Sassnitz

Diese zwölfeckige Leuchtbake aus Stahl hat ein rotes festes Feuer und ist 7m hoch. Sie steht 3m über dem Meeresspiegel und das Licht ist in ca. 17km Entfernung noch sichtbar. Das Oberfeuer ist ca. 120m von der Leuchtbake entfernt. Beide Seezeichen dienen den Schiffen als Richtfeuerlinie bei der Einfahrt in den Sassnitzer Stadthafen.



Der Leuchtturm von Maltzien auf der Halbinsel Zudar
Der Leuchtturm von Maltzien auf der Halbinsel Zudar

Der Leuchtturm Maltzien

Im südlichen Bereich der 18km² großen Halbinsel Zudar befindet sich dieser 12m hohe Leuchtturm. Über einen alten Plattenweg vom Dorf Maltzien aus erreichen sie den unterhalb der kleinen Steilküste gelegene Leuchtturm. Der 1934 am Strelasund errichtete Steinturm wird gegenüber anderen Leuchttürmen als Unterfeuer in einer Richtfeuerlinie betrieben. Der Turm trägt lediglich einen Signalscheinwerfer der nachts bei guten Sichtverhältnissen bis 26km scheinen kann.
Das Oberfeuer befindet sich ca. 675m entfernt auf einem Feld. Die Richtfeuerlinie dient Schiffen bei der Einfahrt in den schmalen Bereich des Strelasundes – der Meerenge zwischen dem Festland und der Insel Rügen.


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                       Fotos Halbinsel Zudar



Der Leuchtturm von Mukran
Der Leuchtturm von Mukran

Der Leuchtturm Mukran

Mit Errichtung des neuen Fährhafen Sassnitz und deren Ausbau im Ortsteil Mukran entstand 1996 das Molenfeuer in Mukran. Mittlerweile ist dieser Tiefwasserhafen der drittgrößte deutsche Ostseehafen und der größte Eisenbahnfährhafen Deutschlands.

Der grün-weiß-grüne, achteckige Turm mit Laternenhaus steht am Molenkopf in einer Höhe von 2m über den Meeresspiegel. Der Leuchtturm hat eine Höhe von 16m und der Lichtstrahl leuchtet bei guten Sichtverhältnissen 10 Seemeilen (19km) weit. Seit Errichtung eines Fischwerks in Mukran wurde der Zugang zur Mole und zum Leuchtturm untersagt.


Fotos Mukran                                  Luftaufnahme Mukran



Der Leuchtturm Kolicker Ort an der Kreideküste
Der Leuchtturm Kolicker Ort an der Kreideküste

Der Leuchtturm Kollicker Ort

1904 errichte man unterhalb des Steilufers der Kreideküste auf einem Kreidefelsvorsprung den „Leuchtturm Kollicker Ort“. Am 1.April 1905 wurde dieser Leuchtturm in Betrieb genommen. Der weiß-grüne Turm mit einem grünen Spitzdach steht 30m über dem Meeresspiegel. Der Leuchtturm hat eine Höhe von 7m und nachts eine Reichweite von ca. 10 Seemeilen (19km). Den derzeit noch aktiven Leuchtturm kann man über einen ca. 2km langen und beschwerlichen Fußmarsch entlang der steinigen Kreideküste oder über einen Waldweg erreichen. Alternativ kann man bei einer Ausfahrt mit einem Schiff von Sassnitz zur Kreideküste diesen Leuchtturm sehen. Der ebenfalls 1904 an der Kreideküste errichtete, baugleiche „Ranzower Leuchtturm“ wurde 1999 abgeschaltet und steht heute auf der Ausstellungsfläche unterhalb der Leuchttürme am Kap Arkona.



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