Was ist Bernstein?
Der Name Bernstein entstammt dem mittelniederdeutschen „Börnsteen“ und meint Brennstein. Bernstein ist der Oberbegriff für fossiles Harz und kann 260 Millionen Jahre alt sein. Der Begriff Bernstein gilt heute für alle fossilen Harze, die älter als eine Million Jahre sind. Bernstein wurde in der Ur- und Frühgeschichte als Anzünder, für Schmuck und Kunstgegenstände verarbeitet.

Welche Farben kann Ostsee-Bernstein haben?

U/nterschiedliche Farben an Ostseebernstein
Farbenvielfalt bei Ostsee-Bernstein

Die Farben dieses Edelsteins reichen von weißen über gold-orangene bis hin zu rotbraunen und schwarzen Tönen. Seltener sind rote und grüne Bernsteine. Bernsteine können verwittert sein, klar glänzend, milchig.


Wo finde ich Bernstein?

An Rügens Küste finden Sie Bernsteine hauptsächlich an den Ostseestränden wie Dranske, Juliusruh, Glowe, Mukran, Prora, Binz, Sellin, Göhren, Lobbe und Thiessow. Die Bernsteinsuche erfordert ein geübtes Auge und kann zur Bernsteinsucht führen :-) .


Wann kann man Bernstein finden?

Zwischen den ersten Herbststürmen und bis in den Frühling hinein stehen die Chancen auf Bernsteinfunde sehr gut. Beachten Sie dabei die Windrichtung und Strömung. Bei 3–4° Celsius hat Wasser seine größte Dichte; Bernstein löst sich vom Meeresgrund und wird bei günstigen Verhältnissen meist nach einem Sturm an den Ostseestrand gespült.


Wie finde ich Bernstein?

Starke Strömung und günstige Wellen transportieren den Bernstein zusammen mit Treibgut, Muscheln, Seetank und Holzresten - dem sogenannten Rollholz - an den Ostseestrand. Auch wenn fast alle meterologischen Verhältnisse wie Windrichtung und Temperatur stimmen: Eine ablandige Strömung kann dafür sorgen, dass der Strand klinisch rein bleibt.


Findet man Bernstein besser am Tag oder bei Nacht?

Hier scheiden sich die Götter: Einige Bernsteinsucher schwören auf die frühen Morgenstunden – kurz nach Sonnenaufgang ist noch kein Urlauber oder Strandgänger unterwegs. Andere Bernsteinsucher bevorzugen die Dunkelheit, um mit guten UV-Taschenlampen herumliegende Bernsteine leuchten zu lassen. Das ultraviolette Licht (Schwarzlicht) lässt Bernstein je nach Beschaffenheit grün- bis gelblich schimmern. Je klarer ein Bernstein ist, umso grünlicher leuchtet der Stein unter UV-Licht. Verwitterte Bernsteine schimmern hingegen gelblich. Persönlich haben wir gute Erfahrung mit den wiederaufladbaren KC-Fire-UV-Taschenlampe für den Nachteinsatz gemacht. Beachten Sie aber bitte, dass man beim Einsatz von UV-Lampen eine UV-Schutzbrille tragen sollte.


Welche Hilfsmittel gibt es noch für die Bernsteinsuche?

Gerade nach starken Stürmen lohnt sich der Einsatz von Keschern, weil die Steine den Strand zum Großteil (80%) gar nicht erreichen. Mit Hilfe eines Bernstein-Keschers und der entsprechenden Wathose kann man die treibenden Bernsteine aus der Ostsee fischen.

Bernsteinsuche aun der Küste der Insel Rügen


Wie kann man Bernstein auf Echtheit testen, ohne ihn zu beschädigen?

  1. Bernstein schwimmt in einer gesättigten Salzlösung (170g Salz in 1 Liter Wasser).
  2. Bernstein lässt sich elektrostatisch aufladen, sofern Sie ihn mit Wolle oder Seide reiben. Der Stein zieht dann kleinste, abgerissene Papiestückchen an.
  3. Bernstein leuchtet unter UV-Licht je nach Beschaffenheit grün- bis gelblich (UV-Taschenlampe und UV-Schutzbrille).
  4. Bernstein reagiert unempfindlich auf Nagellackentferner
  5. Bernstein ist wesentlich leichter als ein gleichgroßer Stein

Axels Tipps zum Bernsteinsammeln:

Beobachten Sie die Windvorhersagen im Wetterbericht. Dabei sind Webcams hilfreich, die auf die Ostseestrände der Insel Rügen ausgerichtet wurden. Sieht der Ostseestrand nach einem Herbst- oder Frühjahrssturm wie im obigen Bild aus, dann finden Sie recht wahrscheinlich Bernstein.
Für die Bernsteinsuche benötigen Sie wasserdichtes Schuhwerk, eine stabile Mini- oder Standard-Harke, mit der Sie die Bernsteine leichter vom übrigen Gemisch aus Seetang, Muscheln und Holzresten trennen. Wer große Bernsteine finden möchte, benötigt zudem Watstiefel und Kescher. Die großen Bernsteine werden seltener direkt an Land gespült und befinden sich nach einer Sturmnacht eher in den knietiefen Wasserbereichen der Strände.

Mehr Informationen zur Bernsteinsuche finden Sie im Rügen-Blog Pfeil


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