Roter Bernstein mit Asche-Einschluss auf Rügen gefunden ?

Wo durch entsteht Roter Bernstein und warum ist dieser Bernstein sehr selten

Vor 4 Tagen erreichte mich nachfolgende E-Mail mit 2 Fotos, die ich aber erst heute veröffentlichen kann, da ich mir erst das „OK“ von Christian Hoffmeister holen musste. Nun für Euch ein toller Bernstein-Fund, nämlich ein “Roter Bernstein”!?

Hallo Herr Schuldt,
scheinbar hat es für mich mal wieder mit einem berichtenswertem Fund auf Rügen geklappt.


Bin mir mittlerweile zu 90% sicher, dass es auch tatsächlich ein Bernstein ist, auch wenn die Farbe untypisch ist. “Zahntest” bestanden, weich und sehr leicht für die Größe. Ich konnte das Gewicht bisher nur schätzen, denke es dürften “nur” zwischen 140-180g sein.
Bilder von geschliffenen weiß-roten Exemplaren die ich im Netz gefunden habe, haben die Zweifel weiter gesenkt.
Ich werde in den nächsten Wochen einen Anschliff machen um letzte Gewissheit zu bekommen, falls es sich nicht noch als etwas anderes entpuppen sollte, stell ich Ihn natürlich gern auch in Ihren Blog ein. Da Sie noch viel mehr Erfahrung mit Bernstein haben, wäre ich sehr an ihrer Meinung interessiert. Was denken Sie: Bernstein oder nicht?

Ich schickte ihm folgende Antwort:

Hallo Christian,
es sieht nach einem verunreinigten Bernstein aus. So ein Exemplar habe ich in der Dominikanischen Republik gefunden.

Gruß Axel

Verschmutzter Bernstein aus der Domenikanischen Republik

Verschmutzter Bernstein aus der Domenikanischen Republik

Und heute erreichte mich dann noch folgende Rückmeldung:

Danke für deine Rückmeldung. Denke auch, dass es einer ist, wäre schon ein ziemlich fetter Fund. Einen letzten Test und einen Anschliff möchte ich daheim noch machen um ganz sicher zu sein…

Habe die letzten Tage noch fleißig in Dranske weiter gesammelt. Es kamen auch noch ein paar weitere Stücke und Krümel bei rum. Alles in Allem bin ich mit der Ausbeute ganz zufrieden. Habe ein Foto vom Gesamtstand angehängt.

Der rote Bernstein und weitere Bernsteinfunde von unserem Blog-Leser Christian Hoffmeister

Habe noch einmal etwas recherchiert: die tief dunkelrote und undurchsichtige Farbe kommt/kam durch das Aussetzen von starker Hitze und dem partiellen Schmelzen noch am Entstehungsort durch z.b. Waldbrände. Ist im Grunde eine schnelle künstliche Alterung durch Oxidation. Die weißen Bereiche sind die “abgefackelten”. Da es die meisten dabei vernichtet hat ist die Farbe dunkelrot-weiß angeblich die seltenste. (Wenn es denn einer ist 😉 )

Dann schon mal Frohe Ostern, für uns geht es jetzt leider schon wieder zurück nach Haus.

Viele Grüße
Christian

9 Gedanken zu „Roter Bernstein mit Asche-Einschluss auf Rügen gefunden ?

  1. Ingo

    Hallo Christian,
    erst einmal herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Fund. Haben in dieser Saison auch einige Stücke gefunden, welche eigentlich nicht in das typische Bernsteinraster passen und deshalb nicht berichtet. Unter anderen wurde ein recht großer Stein (nicht so groß wie Deiner) mitgenommen, wo wir auch anfangs gezweifelt haben. Nach bestandenen Salzwassertest und erfolgten Anschliff – es kam ein phantastisches Rot zu Tage – können wir nun sagen, wir sind stolz auch einen “Roten” zu haben.

    Der Rote Berstein von Ingo Kunze
    Beste Grüße aus Bautzen

  2. Ralf

    Moin Christian,
    da hast Du etwas ganz Besonderes gefunden. Du hast wohl bei Ran einen (Bern)Stein im Brett. 😉
    Rote Steine habe ich zwar auch schon gefunden, allerdings nicht mit den Oxydationsresten. Ich bin gespannt, wie das Teil nach dem Schleifen aussieht!
    Morgen soll der Wind endlich wieder auf NO drehen und auch ein paar Tage so bleiben. Ich werde also meinen Westbesuch einpacken und mal wieder auf die Pirsch gehen. Ich denke Ingo wird wissen, wo ich mich rum treiben werde. 😉
    LG Ralf

  3. Christian

    Hallo Ihr alle,

    sieht so aus als wäre mir der Bernsteingott doch nicht so hold gewesen und hat mich ziemlich gekonnt an der Nase herumgeführt. Eigenartigerweise hat das Stück sämtliche üblichen Tests “bestanden”. Nur einen Brenntest wollte ich verständlicherweise erst einmal nicht durchführen.
    Da ich selbst wahnsinnig neugierig war habe ich mich gestern Abend gleich noch an den partiellen Anschliff gemacht-das funktionierte ebenfalls gut aber der Geruch und auch das Ergebnis waren nicht Bernsteintypisch. Habe mich dann doch für den Brenntest entschieden, gab ja nichts zu verlieren. Nunja…was immer es ist, Bernstein wird es nicht sein.

    Auch wenn ich jetzt doch etwas enttäuscht bin, ist man jetzt immerhin um einige Erfahrungswerte reicher und es bleiben ja noch ein paar schöne eindeutige Bröckchen die jetzt nach Inklusen durchsucht werden.

    Dann wünsche ich allen noch ein schönes Restosterfest und nutzt die geniale Bernsteinwetterlage aus-wir sind jetzt leider schon wieder daheim. Viel Glück euch allen!

  4. Axel Artikelautor

    Hallo Christian, seit gestern war ich mir auch nicht mehr so sicher, als Du mir sagtest, das 2 der zugeschickten Aufnahmen einen roten Bernstein mit Ascheeinschlüssen zeigten, aber diese beiden Aufnahmen nicht Deinen Stein darstellen. Ich dachte die 4 Aufnahmen zeigten ein und den selben Stein. Jedenfalls ist mein “Roter Dominikanischer Bernstein” einer mit “Ascheeinschlüssen” 🙂

    Gruß Axel

  5. Carsten

    moin christian,
    nur als abschluß für dieses thema: hast du nun schon rausgefunden, um was es sich bei deinem fund handelt??? nach was riecht es denn beim anbrennen??? oder vllt. ein zusammengeschmolzener plastikklumpen??? grüße aus hannover, carsten

  6. Ralf

    Moin Christian, moin Axel,
    ich würde die Hoffnung noch nicht aufgeben.
    Welcher Geruch ist bernsteintypisch? Ich habe die Erfahrung gemacht, das es viele verschiedene Gerüche beim Schleifen gibt. Einige der schmutzigen Steine riechen teilweie unangenehm, die gelben dagegen duften oft sehr ángenehm fruchtig. Den typischen Harzgeruch, wie man ihn von den heutigen Kiefern kennt, habe ich noch nicht festgestellt.
    Ich würde das Teil auf jeden Fall nicht weg werfen, sondern beim nächsten Aufenthalt an der Küste damit im Bernsteinmuseum in Ribnitz Damgarten vorbei schauen.
    Weiterhin viel Glück bei der Suche.
    Ralf

  7. Christian

    Hallo Ralf, Carsten und hallo allen Anderen!

    Werde die Tage immer mal noch ein wenig schleifen, kam leider in den letzten Tagen nicht mehr dazu weil ich viel unterwegs war.

    Gute Frage was es sonst sein könnte, Plastik in jedem Fall nicht. Es ist dafür zu schwer und es brennt nicht (zumindest nicht an den Stellen an denen ich getestet habe)
    Das die Gerüche verschieden sind habe ich auch bemerkt, hier ist der Geruch schwer zu beschreiben. Ein bissel modrig, ähnlich einer großen Anschwemmung von Tang etc.

    An den kleinen Stellen wo ich bisher eine Flamme dran gehalten habe schwärzt es sich, brennt aber nicht. Ein Geruch entsteht dabei auch nicht. Eigenartigerweise lässt es sich auch schleifen, sogar recht gut. Der Staub der dabei entsteht ist ein weisslicher, auch wenn man über die roten Stellen schleift. Ich werde die Tage nochmal etwas groberes Schleifpapier besorgen, hab hier nur ganz feines Griffbereit im Moment.

    Wenn alle Stricke reissen, ist die Idee mal in Barth nachzufragen ein guter Tipp. Bin zwar mittlerweile recht sicher das es sich um etwas Anderes handelt aber kann mir nicht erklären um was.

    Ich bleibe dran und berichte!

  8. Carsten

    tja, der spezi aus der fb gruppe “fossilienfreunde und strandfunde” hatte ja nun die plausibele erklärung…..hildebrandia rivularis……..krustenrotalge…….da scheint das rätsel wohl gelöst, was???????????

  9. Ingo

    Hallo Christian, Hallo Carsten,
    mit hildebrandia rivularis liegt Carsten wahrscheinlich genau richtig. Christian Du hast ja Axel berichtet, dass 2 der zugeschickten Aufnahmen nicht Deinem Fund entsprechen. Eigentlich Schade, dass Du den Stein nicht gefunden hast, den auch wenn es kein Bernstein ist hat ein so uraltes schönes Stück von Krusten Rotalgen schon einen Sonderplatz verdient.
    Beste Grüße Ingo

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