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Verräterhaus in Stresow Das wiedererbaute Verräterhaus in Stresow auf Rügen

Das „Verräterhauses“ in Erinnerung an die Schlacht zwischen Preußen, Dänemark und Schweden (Nordischer Krieg) bei Groß Stresow

Das 1318 erstmals erwähnte Fischerdorf Groß Stresow, liegt unmittelbar am Greifswalder Bodden. 1715 erlangte der Ort geschichtliche Bedeutung: Am 15.11.1715 fand in Groß Stresow eine Schlacht zwischen den vereinigten Streitkräften der Preußen und Dänen gegen schwedische Truppen unter Führung des Schwedenkönigs Karl XII. statt. Fürst Leopold von Anhalt-Dessau - bekannt als "Alter Dessauer"- konnte diese Schlacht gewinnen und die seit 1648 unter schwedischer Krone regierte Insel Rügen zurückerobern. Durch entsprechende Friedensschlüsse wurde die Insel Rügen dann wieder an Schweden abgetreten.

Bei der Seeanlandung der vereinigten Streitkräften der Preußen und Dänen soll der Überlieferung nach Johan Meußling - ein Groß Stresower- mit einem Bettlaken auf seinem Hausdach der Flotte unter Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. den Weg durch den Rügischen Bodden und an Land gewiesen haben. Die Schweden wurden damals nur vorübergehend von Rügen vertrieben, das Haus des Stresowers bekam den Beinamen „Verräterhaus“.

Die Meinung des Volkes drückte die Gedichtsschreiberin Anna Rink aus:

Es liegt ein Haus am Strande,
um das die Dornen stehe´n,
vom ärmlichen Gewande
ist nur das Dach zu seh´n.

Gestrüpp verdeckt die Fenster,
man ahnt ihr Dasein kaum;
als hausten da Gespenster
im alten, öden Raum.

Einst gab vom Dach aus Kunde
dem Feind man auf dem Meer,
das in der Bucht zur Stunde
die Landung möglich wär.

Verrat am eigenen Lande
verübt um Judaslohn!
Verrat! Du Wort voll Schande
sprichst Heimattreue Hohn!

Und wenn's den Täter reute,
das löscht die Schmach nicht aus:
Mit Fingern zeigt´s noch heute
man aufs Verräterhaus.

Das Original-Verräterhaus wurde vor ca. 30 Jahren abgerissen. In dem neuen Verräterhaus - einem rügentypischen Gebäude-, das nach dem Fachwerk, ein Rohrdach und ausgemauerte Wände mit alten, von Dorfbewohnern selbst geworbenen Ziegelsteinen bekommen hat, wollen die Stresower den Inselgästen künftig ihre Geschichte in einer Ausstellung zeigen.

Auf dem Grundstück des heutigen Museums steht die Statue des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I.. Zum Gedenken an den großen Sieg gegenüber den Schweden ließ Friedrich Wilhelm IV. im Jahre 1855 eine der "Preußensäulen" mit der überlebensgroße Statue des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. (1688-1740) auf einer Anhöhe in Stresow errichten. 1991 wurde die 15m hohe "Stresower Preußensäule" wegen drohender Einsturzgefahr demontiert. Erst nach 23 Jahren (2014) und mit Hilfe des 1993 gebildeten „Vereins zur Erhaltung der Preußensäulen“, des ehemaligen Landkreises Rügen und vieler Spenden wurde die letzte der beiden Preußensäulen 2014 aufgestellt. 2015 soll dann eine Kopie des Denkmals des „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I. auf der Säule trohnen.



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