Rügens einzige Kirche mit einer massiv gemauerter Kirchturmspitze

Die evangelische Dorfkirche Sankt-Jacobs wurde um 1350 erbaut. Die Backsteinkirche steht dabei auf einer Anhöhe am Eingang von Kasnevitz aus Richtung Garz kommend. Dieser Platz wurde wahrscheinlich schon in vorchristlicher Zeit als heidnische Kultstätte genutzt. Die Sankt-Jacobs-Kirche wird von einem schönen, alten Friedhof mit teilweise historischen Gräbern umrahmt.


Sankt-Jacobs-Kirche Kasnevitz
Sankt-Jacobs-Kirche Kasnevitz

In der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts entstanden Chor und Sakristei der Sankt-Jacobs-Kirche und wenig später wurde das Langhaus angefügt. Erst im Mittelalter entstand der erste Kirchturm. Der Chronist Haas erwähnt einen Turm, der angeblich in Ziegeln errichtet und mit Kupfer eingedeckt war. Er soll am 1. Adventssonntag des Jahres 1641 eingestürzt sein. "Die unbeschädigt gebliebenen Glocken wurden darauf in einer unweit der Kirche stehenden Eiche aufgehängt ... . Ein neuer Glockenturm wurde im Jahre 1768 und der jetzige Kirchturm im Jahre 1864 erbaut.".
Die Gesamtkosten des neuen Turms mit seiner massiv gemauerte Turmspitze betrugen 4.256 Reichstaler. Das Haus Putbus steuerte 20000 Mauersteine zum Neubau hinzu. Die Bauarbeiten wurden hautsächlich durch einheimische Handwerksmeister ausgeführt.


Altar der Sankt-Jacob-Kirche Kasnevitz
Altar der Sankt-Jacobs-Kirche Kasnevitz


weitere Innenaufnahmen der Jacobs-Kirche Kasnevitz vor


Überreste der Sonnenuhr aus dem Jahr 1450
Überreste der Sonnenuhr aus dem Jahr 1450


Die Sonnenuhr aus dem Jahr 1750
Die Sonnenuhr aus dem Jahr 1750

Die Sankt-Jacobs Kirche ist im Inneren verputzt und wurde in den Jahren 1990/91 neu ausgemalt. Besonders markant sind die hohen, recht imposanten Spitzbogenfenster mit den abgefaßten Rahmungen im Langhaus.

Der Altar ist eine gemauerte Mensa, der Aufsatz wurde 1746 von Johann Artmer als Kanzelaltar geschaffen. 1958 wurde die Kanzel herabgenommen und an ihrem jetzigen Platz am Triumphbogen angebracht, an ihre Stelle wurde eine 1960 von Max Uecker, Greifswald, gestaltete Kreuzigungsgruppe gesetzt. Neben der Kanzel befindet sich eine Sanduhr, mit der dem Prediger die Länge seiner Predigt angezeigt wird. Die Namen der Prediger seit der Reformation sind auf einer Tafel neben der Kanzel notiert. Die Kasneviitzer Orgel wurde 1902 von B. Grüneberg in Stettin erbaut und 1999 durch Ogelbaumeister R. Wolter aus Zudar einer Generalüberholung unterzogen. Die Orgel besitzt 2 Manuale, Pedal, 12 klingende Stimmen und einen pneumatischen Kegelladen.

Die Kasnevitzer Glocke wurde 1837 in Stralsund von Simon Zach gegossen. Sie hat einen Durchmesser von 111 cm.

An der südlichen Außenwand der Jacobs-Kirche befinden sich zwei Sonnenuhren, die eine von 1450, die andere aus Sandstein von 1750. Im Jahr 2006 konnte die Sonnenuhr von 1750 durch Spenden vor dem weiteren Verfall gerettet werden.

Der 1864 errichtete Kirchturm ist weithin sichtbar und vermittelt ein Stück Heimatgefühl. Vier Jahre nach Errichtung des Kirchturms wurde 1868 die Kirchturmuhr mit ihren vier gewaltigen Ziffernblättern von einem Putbusser Uhrmacher Meister eingebaut. Lange konnte man am Kasnevitzer Kirchturm aus allen vier Himmelsrichtungen die Uhrzeit ablesen, was aber seit Jahrzehnten nicht mehr möglich war, da die Uhr durch Witterungseinflüsse völlig verrostete und unbrauchbar wurde.

AKTUELLES zur Sankt-Jacobs-Kirche Kasnevitz JULI 2014

Das Uhrwerk ist inzwischen restauriert und wartet auf seinen Wiedereinbau – allerdings muß dazu erst der Turm repariert werden. Die kleine Kirchengemeinde Kasnevitz beginnt gerade eine aufwendige Sanierung der St.Jacobs-Kirche – vor allem der Turm, aber auch die Giebel und Teile der Sakristei brauchen nachhaltige Ausbesserungen.

Spendenkonto: "Ev. Kirchengemeinde Kasnevitz" bei der Pommerschen Volksbank e.G. : IBAN: DE43 1309 1054 0001 5248 44 / Spendenzweck: "Kirchensanierung Kasnevitz" (Spendenbescheinigungen stellt das Pfarramt in Putbus gern aus.)



zurückzurück zur Übersicht Kirchen Rügen