Der Opferstein von Quotlitz liegt gut versteckt im Nationalpark Jasmund
Der Opferstein von Quoltitz liegt gut versteckt im Nationalpark Jasmund


Starke Bearbeitungsspuren am Findling Quotlitz
Starke Bearbeitungsspuren am Findling Quoltitz

Der „Findling Quoltitz “- auch als „Opferstein zu Quoltitz “ bekannt

Der 73t schwere und ca. 27m³ große Findling von Quoltitz liegt gut versteckt am Rande des Nationalparks Jasmund. Der Name „Opferstein zu Quoltitz “ oder „Blutgrapen“ ist seit 1832 überliefert.
Fast sechs Jahrhunderte war der Ort Quoltitz nahe Neddesitz bewohnt. Mit Einzug der industriellen Kreidegewinnung musste der größte Teil des Ortes weichen. Bis in die 1950er Jahre existierten noch einzelne Gehöfte, die mit Schließung des Quoltitz er Kreidebruchs aufgegeben wurden. Noch heute erinnern Grundmauern und prächtige alte Bäume an die mittlerweile zugewachsene Ortschaft Quoltitz .
Der mit 10 Meter Umfang große Findling von Quoltitz weißt Spuren früher menschlicher Bearbeitung aus. Diese gehen vermutlich auf die ausgehende Bronzezeit (1000–600 v. Chr.) zurück.

In dem 1855 erschienen „Handbuch für Reisende in Deutschland und dem Oestereichischen Kaiserstaat“ konnte man folgendes lesen:

„Am Quoltitz er Berg, jetzt Ackerland, östlich vom Ort, liegt ein roher Block, der Opferstein, an welchem man die Vorrichtungen zu Blut- und Brandopfern noch deutlich erkennen kann.“

Auch im „Handbuch der vorzüglichen in Deutschland entdeckten Alterthümer aus heidnischer Zeit" aus dem Jahre 1842 konnte man folgendes entnehmen:

„Quoltitz , Gut auf Jasmund, Rügen, Reg.B. Strals., pr. Prov. Pomm. — Etwa 250 Schritte gegen O. ein vorzüglich ausdrucksvoller Opferstein auf dem Abhange eines Hügels. Dieser Altar ist 15' lang, 12' breit und ragt 4' aus der Erde hervor. Ueber die ziemlich ebene Fläche des Steines läuft eine Rinne hin, die das Blut des Geopferten seitwärts ableitete. An der Westseite des Altars sind 3 und an der östlichen 2 runde Vertiefungen in den Stein gehauen, über deren Bestimmung man nicht einig ist.“

Auch schon frühzeitlichen Sagen und Geschichten spielte der Findling von Quoltitz eine wichtige Rolle.


Der Weg zum Findling von Quoltitz
Der Weg zum Findling von Quoltitz

Wie gelangt man zum „Opferstein zu Quoltitz “?

Sie durchfahren den Ort Neddesitz in Richtung Kreidemuseum Gummanz. Vom Kreidemuseum aus führt ein Landweg in nordwestlich Richtung zum „Opferstein zu Quoltitz “. Dabei passieren Sie das letzte Stück über einen ansteigenden Wiesenweg. Dieser Weg wird von Reitern und einer Kutsche ab und zu benutzt.
Der oberhalb des Hügels gelegene „Opferstein von Quoltitz “ wird mit 2 Hinweisschildern am Waldrand ausgewiesen. Der Findling liegt verdeckt hinter Gebüschen in einem Waldstück.

Unsere gemessene GPS Position nach WGS 84:

54° 33′ 669 ″ N, 13° 34′ 261 ″ E



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